Steigende Energiepreise sind eine zunehmende Belastung auch für Unternehmen im Neckar-Odenwald Kreis. Gleichzeitig ist angesichts der Klimaveränderung ein rascher Umbau der Energieversorgung weg von Energieimporten hin zu regional erzeugter und genutzter Energie sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich interessant.
Der Neckar-Odenwald-Kreis hat sich dieser Thematik gestellt und über die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises GmbH das Projekt Biogaspark Neckar-Odenwald initiiert. Auftrag dieser Gesellschaft ist die Realisierung von Biogasanlagen, welche speziell für die Wärmebereitstellung für große Firmen oder kommunale Liegenschaften konzipiert werden. Durch ein technisch ausgereiftes Konzept realisiert in mehreren Anlagen ergeben sich Synergien in Finanzierung, Bau und Betrieb.
Im Bezug auf den ökologischen Fußabdruck ist Biogas die derzeit effektivste und klimafreundlichste Art der Energieerzeugung. Der Landkreis hat dies frühzeitig erkannt und positioniert sich mit diesem Konzept federführend beim Ausbau der Erneuerbaren Energien sowohl im Landkreis als auch darüber hinaus.
Konzepte, die zur Region passen - vorbildlich für ganz Europa
EU-Energiekommissar Günther H. Oettinger zu Gast in der Bioenergieregion H-O-T
2011-03-21 - Osterburken: Energie regional produzieren und nutzen: Dieses Prinzip habe innerhalb der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) im zweiten Jahr ihres Bestehens „schon eine beachtliche Blüte erreicht“. Kein Geringerer als EU-Energiekommissar Günther H. Oettinger beurteilte das landkreisübergreifende Projekt jetzt als „vorbildlich für Deutschland und Europa“.
Ziehl-Abegg AG profitiert am Standort Bieringen
von Biogasanlage der AWN
Bieringen: Energie regional aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugen und nutzen – das strebt die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises mbH (AWN) mit ihrem Engagement auf dem Feld der Erneuerbaren Energien an. Konsequent fügt sich der Bau der Biogasanlage im hohenlohischen Bieringen in diese Firmenstrategie. Das jüngste Projekt der AWN-Tochtergesellschaft Biogaspark Neckar-Odenwald GmbH ist die Biogasanlage im Schöntaler Ortsteil Bieringen, die künftig ein wichtiges Standbein der Wärmeversorgung des Ventilatoren-Herstellers Ziehl-Abegg am Standort Bieringen darstellt. Energiekomissar Günther Oettinger reiste eigens nach Bieringen um die Nahwärmeversorgung am 18. März offiziell in Betrieb nehmen.
Buchen. Zu viel Sauerstoff mögen die Bakterien in dem Fünf-Liter–Glaskolben überhaupt nicht: Der Gärprozess in der Mini-Biogasanlage kippt um, die Mikroorganismen reagieren - sauer. „Anfangs haben wir das Gärsubstrat, das die Bakterien enthält, mit Maissilage aus der echten Biogasanlage überfüttert“, erklärt David Schneider im Fachjargon. Das habe die Versuchsanordnung im Chemiesaal des Buchener Burghardt-Gymnasiums (BGB) übel genommen.
Die Arbeitsgruppe, zu der der Schüler gehört, musste den Versuch, aus Biomasse Gas zu gewinnen, neu ansetzen. David Schneider und Nico Dieterle sind die Techniker in der 13-köpfigen Gruppe, die im Fach Naturwissenschaft und Technik (NWT) erneuerbare Energien untersucht. Als Bausatz kam der kleinen Versuchs-Bioreaktor im Gymnasium an, „das war zunächst ein Haufen Teile, aber zusammengebaut war das eigentlich schnell“, sagen die Jungs.
Für Laien sehen die Installationen im Keller der Rosenberger Grundschule unspektakulär aus. Auffällig höchstens, dass es keine Verbindung zu Öltanks gibt. Eine aus- und eine eingehende Wasserleitung kennzeichnen dort seit Anfang Dezember das neue Nahwärme-Heizsystem, das die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises mbH (AWN) gebaut hat.
Rathaus und Schule verfügen über ein gemeinschaftliches Heizsystem und sind die ersten Gebäude im Ortskern von Rosenberg, die über das neue Nahwärmenetz aus der örtlichen Biogasanlage versorgt werden.
Ganz im Sinne der Firmenstrategie präsentiert sich unser neues Projekt in Bieringen. Hier konnte bereits Ende 2008 mit der Firma Ziehl Abegg AG eine Übereinkunft zur Lieferung von KWK-Wärme aus Biogas getroffen werden.
Bedingt durch Prozesswärmebedarf kann hier auch im Sommer Wärme an das Unternehmen geliefert werden. Die Projektentwicklung ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass sowohl Standort als auch Substratbelieferung fixiert wurden. Für den Standort auf der Höhenlage zwischen Schöntal-Bieringen und Oberkessach wurde eine Sondergebietsausweisung nötig.
Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens wird im Frühjahr 2010 mit dem Bau der Anlage begonnen. Die Inbetriebnahme der Anlage soll im Sommer 2010 erfolgen.
Rund 2 Jahre nach Inbetriebnahme der Biogasanlage Rosenberg wurde nun eine Leistungserweiterung durchgeführt. Neben dem BHKW, welches die Firma GETRAG mit Wärme versorgt, wurde nun an der Biogasanlage selbst ein weiterer Gasmotor mit einer Leistung von 230 kW elektrischer Leistung errichtet.
Die entstehende Wärme wird im Prozess zum Beheizen der Fermenter benötigt. Die nun durchgeführte Erweiterung wurde bereits in der Planung berücksichtigt. So wurde der vorhandene Trafo an der Anlage bereits für eine Einspeisung von Strom ausgelegt. Auch das Behältervolumen bietet ausreichend Reserve, um die zusätzlich benötigten Gasmengen zu erzeugen.
Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde zusätzlich ein Aktivkohlefilter zur Gasreinigung installiert. Neben einer längeren Standzeit des Motorenöls und einer geringeren Abnutzung des Motors wird damit auch eine Verbesserung der Abgaswerte und damit ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz erreicht.